MANAGEMENT   30 JANUAR, 2020

So spart Digitalisierung Zeit und Geld

Das webbasierte Landwirtschaftsportal MyJohnDeere.com und die darin integrierte Anwendung „Einsatzzentrale“, helfen dabei, den Betrieb effizient zu managen. Wie das aussehen kann, zeigt das Beispiel des rumänischen Landwirts Alexandru Haita.

Text: Steven Roller / Fotos: Skycam

Die John Deere Einsatzzentrale gibt Alexandru Haita jederzeit einen guten Überblick – vom Fuhrpark bis zur Nutzung der Böden.

Mit der John Deere Einsatzzentrale hat der Landwirt Alexandru Haita seinen Betrieb jederzeit im Blick – vom Fuhrpark bis zur Nutzung seiner Böden.

Wie kann ich durch die gezielte Nutzung von Daten Zeit und Geld sparen und damit meinen Betrieb effizienter managen? Diese Frage stellte sich der rumänische Agraringenieur Alexandru Haita immer wieder, seitdem er 2008 in den elterlichen Betrieb einstieg. Zusammen mit seiner Frau, seiner Schwester und seinem Schwager bewirtschaftet Haita eine Fläche von 1.100 ha – davon 200 ha eigener Grundbesitz – mit drei Angestellten und einem Maschinenpark, der aus vier Traktoren, einem Mähdrescher und einer gezogenen Feldspritze besteht.

Die Antwort auf seine Frage nach mehr Effizienz und einer besseren Nutzung von Daten fand Haita in der Einsatzzentrale des MyJohnDeere.com-Portals. Dort kann er jederzeit die aktuellen Standorte seiner Maschinen und deren Bewegung in Echtzeit anzeigen, Maschinendaten wie Standzeiten und Kraftstoffverbrauch überprüfen und über das Maschinen-Display auf einfache Weise mit dem Fahrer kommunizieren.

Agrarkompetenz trifft auf Technik-Know-how

Haita ist überzeugt: „Die Voraussetzung für eine moderne Landwirtschaft ist die Kombination von agrarwirtschaftlicher Kompetenz – also beispielsweise Kenntnisse über Böden, Anbaukulturen und Pflanzenschutz – und Kompetenzen im Bereich der Maschinentechnik und der datengestützten Bewirtschaftung.“ Deshalb registrierte Haita seinen Betrieb bereits 2014 auf MyJohnDeere.com und begann ab 2016, das System intensiv zu nutzen.

Eine Entscheidung, die er nie bereute: „Damals kauften wir neue Traktoren und Anbaugeräte mit ISOBUS-Funktionalität. Da lag es nahe, dieses System für das Maschinen- und Betriebsmanagement zu nutzen.“ Haita digitalisierte die kompletten 1.100 ha Bewirtschaftungsfläche und gab die Daten auf der MyJohnDeere.com-Plattform ein. „Das Schöne ist, dass ich alles – von den Maschinen auf dem Feld bis zu den Anwendungsmaßnahmen – mit nur einem System überwachen und steuern kann. Mit der entsprechenden Smartphone-App kann ich den Betrieb sozusagen aus der Tasche managen“, sagt er mit einem Lächeln.

Maschinen und Anwendungen überwacht Alexandru Haita mit der John Deere Einsatzzentrale bequem vom PC oder Smartphone aus.

Maschinen und Anwendungen überwacht Alexandru Haita mit der John Deere Einsatzzentrale bequem vom PC oder Smartphone aus.

Probleme aus der Ferne lösen

2017 hat er den drahtlosen Datentransfer vom Büro zu den Maschinen und zwischen den Maschinen implementiert, wodurch sich viel Zeit sparen und Übertragungsfehler vermeiden lassen. „Was ich am drahtlosen Arbeiten besonders schätze, ist der Display-Fernzugriff. Ich kann Probleme lösen, indem ich von meinem Bürorechner aus auf das Display der Maschine zugreife und den Fahrer bei der Anpassung der Maschineneinstellungen unterstütze. Auf demselben Weg kann uns auch ein Techniker unseres John Deere Vertriebspartners IPSO helfen.“

Haita schätzt, dass er durch die Nutzung der Einsatzzentrale für die Bewirtschaftung seines Betriebs gegenüber der Zeit vor der Digitalisierung jeden Tag im Schnitt ungefähr zwei Stunden spart. „Ich kann diese Zeit nutzen, um mich stärker den geschäftlichen Aspekten meiner Arbeit zu widmen.“

Dank der Einsatzzentrale weiß ich immer, wo sich meine Maschinen befinden, welche Strecken sie zurückgelegt haben oder ob sie gerade nichts zu tun haben.

Alexandru Haita

Zu der Zeitersparnis kommen weitere Vorteile durch die Visualisierung und Analyse der Maschinendaten: „Dank der Einsatzzentrale weiß ich immer genau, wo sie sich gerade befinden, welche Strecken sie zurückgelegt haben, wie lange sie auf der Straße unterwegs waren oder ob sie gerade nichts zu tun haben“, so Haita. „Und das kann ich dann ganz einfach mit den Zeiten vergleichen, in denen sie tatsächlich im Einsatz waren.“

Anhand von Ertragskarten und dank offener Schnittstellen für Drittanbieter-Software verbessert Alexandu Haita mit der John Deere Einsatzzentrale den Ertrag seiner Böden.

Anhand von Ertragskarten und dank offener Schnittstellen für Drittanbieter-Software verbessert Alexandu Haita mit der John Deere Einsatzzentrale den Ertrag seiner Böden.

Böden optimal bewirtschaften

Auch bei der optimalen Bewirtschaftung seiner Böden hilft Haita die MyJohnDeere.com-Plattform. „Unsere Böden weisen einen hohen Tonanteil auf, deshalb haben wir auf ungefähr 20 % unserer Anbaufläche ein Vernässungsproblem.“ Dem begegnet er einerseits mit tief wurzelnden Zwischenfrüchten zur Auflockerung des Bodens. Zusätzlich versucht er die Entwässerung der betroffenen Bereiche zu verbessern.

Anhand seiner Ertragskarten ermittelte Haita Ertragsunterschiede innerhalb eines Feldes sowie gegenüber anderen Feldern und verglich diese mit dreidimensionalen Höhenkarten. Mit Hilfe einer Drittanbieter-Software zur Simulation des Abflusses in seinen Feldern konnte er anschließend genau planen, wo die Drainagegräben angelegt werden mussten.

Ohne die Einsatzzentrale und ihre Schnittstellen hätte ich mich deutlich mehr auf Vermutungen verlassen müssen.

Alexandru Haita

„Die Einsatzzentrale stellte mir mit der Simulationssoftware eine benutzerfreundliche Schnittstelle zur Verfügung, über die ich Ertrag und Höhendaten zueinander in Beziehung setzen und mir so eine Vorstellung davon verschaffen konnte, wo die Bewässerungskanäle anzulegen waren. Ohne dieses Tool zur Nutzung der digitalen Daten hätte ich mich dabei deutlich mehr auf Vermutungen verlassen müssen.“