Management   12. April 2019

Der Boden-Doc

Louis Claessens, Geschäftsführer des Lohnunternehmens Volkerink Heino in den Niederlanden, berät seine Kunden beim richtigen Umgang mit ihrem Boden. Um herauszufinden, was angepasst werden muss, analysiert er sowohl den Boden als auch Gülle und Silage. Vom richtigen Reifendruck bis zum passenden pH-Wert gibt es einige Stellschrauben, an denen gedreht werden kann.
Text: Annina Werths, Marjolein van Woerkom | Fotos: Stefan Longin

Louis Claessens von Volkerink Heino bietet individuelle Beratung für Böden

Louis Claessens, Geschäftsführer des Lohnunternehmens Volkerink Heino, bietet individuelle Beratung für unterschiedliche Böden an.

Louis Claessens hat sein Lohnunternehmen von Anfang an breit aufgestellt und ist in der Landwirtschaft, der Baubranche sowie bei Bau und Unterhaltung von Wasserwegen tätig Doch damit nicht genug: Seit 2011 beschäftigt sich Claessens mit dem kompletten Produktionssystem seiner Kunden und analysiert dazu Boden, Gülle und Silage. „Der Boden ist unser kostbarster Produktionsfaktor - Zeit und Mühe dafür aufzuwenden, lohnt sich“, findet Claessens. Und weil ein gesunder Boden nicht von Weitem zu erkennen ist, schaut er sich ihn näher an.

Analyse und Beobachtung

Er ermittelt den ph-Wert des Bodens, untersucht den Gehalt und die Verfügbarkeit von Nährstoffen, schaut sich aber auch den Ernteertrag an. „Bei Gras ist dies schwieriger als bei Mais, aus diesem Grund sind Silageproben nötig“, erklärt Claessens. Aus den Analysedaten und Beobachtungen seiner Fahrer, beispielweise zu Unkräutern im Bestand, entwickelt er dann eine auf den jeweiligen Kunden zugeschnittene Beratung zu Bodenqualität und Düngeplanung.

Der Boden ist unser kostbarster Produktionsfaktor - Zeit und Mühe zu investieren, lohnt sich.

Louis Claessens
Lohnunternehmen Volkerink Heino

Individuelle Beratung

Jeder seiner Kunden, die zu 95% Milchviehhalter sind, ist einzigartig: „Der eine hält seine Rinder auf der Weide, was den Boden auf natürliche Weise auflockert und düngt. Der andere hält sie im Stall und bearbeitet seine Felder mit schweren Landmaschinen.“

 

Neben seinem Beratungsangebot hat Claessens in Maschinen investiert, die die natürliche Bodenstruktur so wenig wie möglich beeinträchtigen. Für sein Düngefass hat er beispielsweise ein anderes Chassis gekauft, Tandemachse mit vier Rädern pro Achse, bei denen der Reifendruck immer 1 bar beträgt und die maximale Radlast bei 2-3 t liegt. Auch in einen selbstfahrenden Streuer hat er investiert. Mit großen Reifen und einem kleinen Tank ist er deutlich leichter ist als die gezogene Ausführung. Sein Prinzip: Druck reduzieren indem er die Grundfläche vergrößert.

Mit seinem Beratungsangebot hebt sich Claessens von der Konkurrenz ab und gewinnt dadurch auch neue Kunden. Zwar macht sich das noch nicht so richtig bezahlt, er ist aber fest davon überzeugt, in die Zukunft zu investieren. „Obwohl ein Hektar Land in unserer Gegend 70.000 Euro kostet, kennen einige Landwirte den pH-Wert ihres eigenen Bodens nicht. Es gibt also noch jede Menge ungenutztes Potenzial.“