Land und Leben   27. Juni 2019

Farming Simulator – Die Europaliga

Ende Juli steigt das erste Event der Farming Simulator League in Europa. Mit dabei ist eine John Deere Mannschaft. Wir haben mit den Teammitgliedern Fabio Auerbacher (20) und Benedikt Dahme (32) über ihren Weg ins Team, die richtige Strategie und die Erwartungen für die Serie gesprochen.

 

Ben und Fabio im Training für die Farming Simulator League

Ben (links) und Fabio (Mitte) beim Training für die Farming Simulator League.

Ihr spielt beide seit zehn Jahren Landwirtschaftssimulator. Was fasziniert euch so daran?

Fabio: Als ich 2009 zum ersten Mal vom Landwirtschafssimulator hörte, dachte ich als Kind vom Dorf sofort: Das muss ich ausprobieren! Das hat mir gleich gefallen. Im Spiel kann man einfach so Landwirt sein, wie man möchte, und die Maschinen fahren, die man gerade fahren will. Einen realen Bezug zur Landwirtschaft habe ich auch. Bis heute arbeite ich regelmäßig auf dem Hof meines Patenonkels mit, der Landwirt im Nebenerwerb ist.

Ben: Auch ich habe Erfahrungen in der Landwirtschaft auf dem Hof meines Onkels gesammelt. Zwar schaffe ich es heute nicht mehr so oft auf den Traktor, weil ich inzwischen an einem anderen Ort wohne. Die Faszination für die Landwirtschaft ist aber immer noch da. Nur, echter Landwirt wird man im realen Leben eben nicht so schnell. Da ist die Simulation super, weil man sich die Konstellation aus Flächen und Maschinen zusammenbauen kann, auf die man Lust hat.

Fabio aus Franken in der Nähe von Nürnberg ist Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik

Fabio (20) aus Franken in der Nähe von Nürnberg arbeitet als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik.

 

Wie seid ihr vom Simulator spielen dann zum eSport gekommen?

Fabio: Wir kennen uns als Team schon ein paar Jahre und spielen auch regelmäßig zusammen. Mit dem eSport ging es vor zwei Jahren auf der Agritechnica los. Da haben die Entwickler des Landwirtschaftssimulators zum ersten Mal so einen Ballenstapelwettbewerb aufgezogen. Das haben wir uns angeschaut, fanden es ganz lustig und haben gesagt: „Ok, beim nächsten Event machen wir mit.“ Im Jahr darauf haben wir aus Gaudi mit zwei Teams auf der FarmCon an einem Wettbewerb teilgenommen und gleich den ersten und zweiten Platz gemacht.

Ben aus Regensburg ist Wirtschaftsingenieur und Projektkoordinator

Ben (32) aus Regensburg hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und arbeitet nun als Projektkoordinator.

Ohne Strategie geht nichts

Ben: Als Team haben wir uns übers Internet zusammengefunden. Das Ziel war dabei aber eigentlich immer nur, zusammen den Farming Simulator zu spielen. So, dass jeder seinen eigenen Hof hat und wir gemeinsam virtuelle Landwirtschaft betreiben.

In der Liga tretet ihr nun als John Deere Team an. Wie kam es dazu?

Ben: Als Giants (Anm. der Redaktion: der Entwickler des Landwirtschaftssimulators) bekannt gab, dass es eine Farming Simulator Liga mit Offline-Events geben sollte, war für uns klar, dass wir da mitmachen wollen. Die Suche nach Sponsoren war aber etwas schwierig. Wir dachten, dass wir vielleicht doch nicht dabei sein können. Über Giants haben wir dann den Kontakt zu John Deere bekommen und gesehen, dass es zwischen uns gut passt.

Fabio: John Deere stattet uns mit Caps und T-Shirts aus, sodass wir auf den Turnieren ein einheitliches Bild abgeben. Zudem bekommen wir, wie die anderen Firmen-Teams auch, eine finanzielle Unterstützung, um zu den Events fahren können, die in ganz Europa stattfinden. Das ist wichtig für uns, da wir über ganz Deutschland verteilt leben, von Bremen bis Niederbayern.

 

Wie läuft ein Offline-Spieltag in der Liga denn konkret ab?

Ben: Große Erfahrungen haben wir damit auch noch nicht gesammelt. Der Veranstaltungsort kann eine Messe sein oder auch der Sitz einer Landtechnikfirma. Die Events an sich dauern zwei bis drei Tage. In der ersten Phase können sich Teams qualifizieren, die keinen Sponsor haben. Dann folgt die Qualifikation für die Finalrunde, in der acht Firmenteams gegen acht durch die erste Runde qualifizierte Teams antreten. In der Finalrunde spielen wir dann Viertel- und Halbfinale, und natürlich das Finale aus.

Fabio: Unser Team besteht aus elf Spielern, von denen sieben für die Serie gemeldet sind. Vor jedem Event benennen wir das Team aus drei Spielern plus Ersatz, die antreten. Der Spielmodus selbst ist ganz anders als man das vom klassischen Farming Simulator kennt, wo es ja darum geht, einen gut laufenden Hof aufzubauen. Im Wettbewerbsmodus treten die Dreierteams auf Zeit gegeneinander an. Ziel des Spiels ist es, so viele Ballen wie möglich vom Feld in die sogenannte Dropzone zu bringen.

Der eSports-Modus des Landwirtschafssimulators kurz erklärt.

Der eSports-Modus des Landwirtschafssimulators kurz erklärt.

Der eSports-Modus des Landwirtschafssimulators kurz erklärt.

 

Klingt eigentlich einfach. Was ist denn die Schwierigkeit dabei?

Fabio: Strohballen im Landwirtschaftssimulator sind immer ein heikles Thema, weil die gerne mal machen, was sie wollen. Da braucht man schon viel Erfahrung, um auch schnell zu sein.

Ben: Viele denken beim Landwirtschaftssimulator, dass man da so ein bisschen mit dem Schlepper rumfährt, Ballen lädt und das war‘s. Aber der wesentliche Unterschied zu Shooter-Spielen ist einfach, dass es extrem auf die Taktik und die richtige Strategie ankommt. Klar, die braucht man beim Shooter auch, aber es lässt sich viel über eine schnelle Reaktion ausgleichen. Die Möglichkeit gibt es im Landwirtschaftssimulator nur begrenzt.

 

Was habt ihr euch für die Liga dieses Jahr vorgenommen?

Fabio: Ich denke, wir werden viel Spaß haben, schauen, was die Saison bringt und hoffentlich am Ende den Sieg einfahren.

Ben: Die Mission ist klar: Vorne mit dabei sein und zeigen, dass John Deere auch digital die Nummer 1 ist.