Land und Leben   28. November 2019

„Lebensmittel wachsen schließlich nicht im Supermarkt“

Peter Scheuenstuhl, Jessica Seib und Thorsten Danz haben auf der AGRITECHNICA die 100. Folge ihres landwirtschaftlichen Podcasts aufgezeichnet. Wir haben Thorsten gefragt, warum die drei den Farmcast machen.

Interview: Annina Werths / Fotos: Thorsten Danz

Das Farmcast-Team beim Interview. So holen sie sich ihre O-Töne.

Das Farmcast-Team (v. l.: Peter, Jessica, Thorsten) beim Interview. So holen sie sich ihre O-Töne.

Thorsten, mehrmals im Monat zeichnet ihr ein Gespräch zu einem bestimmten Landwirtschafts-Thema als Podcast auf. Wer will das hören?

Jeder, der wissenshungrig ist: Wir sprechen den Landwirt ebenso an, wie den Verbraucher. Außerdem Quereinsteiger, Agrar-Studenten oder andere, die an Landwirtschaft interessiert sind.

 

Wie habt ihr euch gefunden: Peter, Jessica und du?

Peter und ich sind uns vor 10 Jahren auf der Party eines gemeinsamen Kumpels über den Weg gelaufen und haben uns angefreundet. Jessica haben wir im vergangenen Jahr kennengelernt. Sie hat den Podcast gehört und uns einfach ein paar Themenideen geschickt. Das fanden wir super und wollten sie kennenlernen. Wie sich herausstellte, können wir uns zu dritt richtig gut unterhalten. Das wollen wir unseren Hörern nicht vorenthalten. Und ganz nebenbei erfüllen wir jetzt auch die Frauenquote.

Wir wollen die Landwirtschaft in die Köpfe der Menschen bringen.

Und worüber unterhaltet ihr euch, was erzählt ihr euren Zuhörern?

Peter ist Agrarbetriebswirt und bewirtschaftet mit seinen Eltern einen Hof in Mittelfranken. Im Gespräch mit ihm ist mir aufgefallen, wie wenig ich als Verbraucher darüber weiß, was für einen enormen Bedarf die Landwirtschaft in unserer Gesellschaft abdeckt und wie die Dinge zusammenhängen: Ackerbau, Bevölkerungsdichte, Nahrung, Klima. Da dachten wir, das geht doch eigentlich jeden was an. Die Lebensmittel, die wir kaufen, wachsen schließlich nicht im Supermarkt. Hinzu kam, dass es noch keinen Podcast von Landwirten gab. Deswegen wollten wir einen eigenen machen. Gesagt, getan.

 

Wie hat es sich am Anfang angefühlt?

Bei unseren ersten Folgen, im Sommer 2017 waren wir schon ziemlich aufgeregt. Es gab viele *äääähms* und *öööööhs*, wir sind ja auch nur Menschen. Jetzt sind wir etwas routinierter und Jessica bringt definitiv frischen Wind in unseren Podcast. Sie studiert Agrarwissenschaften in Kiel, bringt jede Menge Ideen mit, ist viel unterwegs und sie geht gerne auf Menschen zu.

 

In der vergangenen Woche habt ihr die 100. Folge aufgezeichnet…

Genau, da waren wir auf der AGRITECHNICA in Hannover. Das war echt ein Highlight: Es war toll, ein paar unserer Hörer persönlich zu treffen und Feedback zu unseren Ideen zu bekommen. Und natürlich war es spannend, einen Blick in die Zukunft der Landwirtschaft zu werfen. In der Future Technology Zone auf dem Messestand von John Deere haben wir Interviews mit den Experten führen können.

Motto der Farmcaster: Immer schön locker bleiben und Spaß am Thema haben.

Das Motto der Farmcaster (v. l.: Jessica, Peter, Thorsten): Immer schön locker bleiben und Spaß am Thema haben.

Wie kommt ihr auf eure Themen?

Peter bringt Ideen aus seinem Arbeitsalltag als Landwirt ein und Jessica bekommt durch ihr Studium Denkanstöße. Darüber hinaus haben wir im Blick, welche Themen gerade durch die Medien schwirren. Das mache ich, denn ich bin Mediengestalter. Nicht zu überhören ist sicher auch unser Interesse an neuen technischen Entwicklungen. Nicht zuletzt sind Anregungen und Fragen unserer Hörer Gold wert. Themen, die unsere Zuhörer bewegen, greifen wir sehr gerne auf.

 

Was ist euch wichtig?

Die Wertschätzung und Anerkennung der landwirtschaftlichen Arbeit kommt unserer Meinung nach oft zu kurz. Wir wollen dazu beitragen, dass sich das ändert und zeigen, wie komplex Landwirtschaft ist. Denn in einer Welt ohne moderne Landwirtschaft hätten all die Menschen auf der Welt nicht genug Nahrung.

 

Was bringt die Zukunft für Farmcast?

Wir haben noch eine Menge Ideen und Redebedarf. Auf jeden Fall bleiben wir uns selbst treu und wollen noch mehr Zuhörer gewinnen, um die Landwirtschaft in die Köpfe der Menschen bringen.